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Vorsicht beim Betanken

07. Dezember 2021

Wer sein Flaggschiff liebt – der schiebt: Nach «Hubble» soll das James Webb-Weltraumteleskop den nächsten Superlativ der wissenschaftlichen Beobachtungs-Stationen im All markieren. Gestern wurde der Koloss in Französisch-Guayana zum Tanken geschoben – höchst vorsichtig und zuletzt mit manueller Hilfe.

Das Teleskop wird mit einer Ariane-5-Trägerrakete vom europäischen Raumfahrtzentrum in Französisch-Guayana aus ins All starten. Danach dauert es einen Monat, bis das Weltraumteleskop seinen Zielorbit um den zweiten Lagrange-Punkt (L2) herum erreicht. Der ist etwa 1,5 Mio. km von der Erde entfernt. Im ersten Monat nach dem Start wird Webb seinen Sonnenschild entfalten, der so gross wie ein Tennisplatz ist. Anschliessend wird der 6,50-Meter-Primärspiegel ausgerichtet, der das schwache Licht weit entfernter Sterne und Galaxien einfangen kann – und zwar mit einer Empfindlichkeit, die 100 Mal grösser ist als die von Hubble.

Fotos: ESA

Das James Webb-Weltraumteleskop wurde vor seinem Start auf der Ariane 5 jetzt vorbereitend in der Nutzlastanlage des europäischen Weltraumbahnhofs in Französisch-Guayana betankt. Webbs Triebwerke brauchen – abgesehen vom Transport in den Orbit durch die Ariane 5 zusätzlichen Treibstoff, um nach der Trennung von der Trägerrakete kritische Kurskorrekturen vorzunehmen, die vorgeschriebene Umlaufbahn etwa 1,5 Mio. km von der Erde beizubehalten, das Observatorium neu auszurichten und auch während des Betriebs noch etwaige Korrektur-Manöver steuern zu können.

Das Betanken eines Satelliten gilt als besonders heikler Vorgang, der nach der Treibstoff-Versorgung auch das Unterdrucksetzen erfordert. Die Treibgastanks von Webb wurden separat mit 79,5 l Distickstofftetroxid-Oxidationsmittel und 159 l Hydrazin befüllt. Das Oxidationsmittel verbessert die Verbrennungseffizienz des Hydrazins.

Diese Treibstoffe sind extrem giftig, sodass nur wenige Spezialisten, die spezielle Atmosphärenschutz Anzüge tragen, bei diesem Vorgang in der Betankungshalle bleiben. Spezialisten werden Webb später auf der Trägerrakete platzieren und in die Verkleidung der Ariane 5 einkapseln. Danach geht’s zur Endmontage.

Webb ist eine internationale Partnerschaft zwischen der NASA, der ESA und der Canadian Space Agency.

Hier das neue Weltraum-Teleskop auf dem Weg zum Tanken

www.esa.int








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