Ein weiteres Puzzleteil für den Zusammenbau des Fusionsreaktors ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor), das Vakuum-Segment Nr. 9, wurde vor zwei Tagen im italienischen Monfalcone auf einen Frachter verladen, der es nach Südfrankreich transportieren wird.
Die kreisförmige bzw. toroidale Reaktorkammer
Zwei weitere Sektoren befinden sich bereits in den Werkstätten des europäischen Konsortiums Ansaldo Nucleare–Westinghouse–Walter Tosto (AMW) in einem fortgeschrittenen Fertigungsstadium. Nach ihrer Ankunft im Laufe dieses Jahres werden alle Komponenten, die für die torusförmige Plasmakammer von ITER benötigt werden, den Montageteams vorliegen.
Segment für Segment
Die Fertigung der Vakuumgefäss-Sektoren ist ein äusserst komplexer, mehrstufiger industrieller Prozess. Er beginnt mit der Beschaffung spezieller, ITER-konformer Edelstahl-Schmiedeteile, die zu Platten bearbeitet werden. Diese Platten werden zu vier grossen Segmenten verschweisst, die wiederum zu einem einzigen Sektor zusammengefügt werden.
Verlad in Monfalcone.
Sobald ein Sektormodul in der Tokamak-Montagegrube im französischen Cadarache positioniert ist, bleibt noch viel an logistischer Feinarbeit zu erledigen, bevor es mit den benachbarten Modulen verschweisst werden kann und das toroidale Volumen bildet, in dem später einmal die Fusions-Temperaturen erzeugt werden sollen.
Tausende von Arbeitsschritten
In Europa, das mit der Beschaffung von fünf Sektoren beauftragt war, umfasst die Lieferkette für die Vakuumgefäss-Beschaffung zahlreiche europäische Unternehmen, Tausende koordinierter Arbeitsschritte und mindestens 150 Fachkräfte.
Fotos: ITER
Für Sektor Nr. 9 wurden alle für die Montage benötigten Segmente in verschiedenen Werkstätten gefertigt – bei Equipos Nucleares S.A. (ENSA) in Spanien sowie bei Belleli Energy CPE, Walter Tosto und Westinghouse Mangiarotti in Italien – was zusätzliche logistische Herausforderungen mit sich brachte.
Video vom Konstruktions-Standort

















