In der Schweiz gingen im ersten Halbjahr insgesamt 18.589 neue Lieferwagen, Lkw und Transportfahrzeuge in Betrieb – ein markanter Rückgang, denn in der Vorjahresperiode waren es 22.440 Fahrzeuge. Immerhin sind 17,2 % aller neu Immatrikulierten über 3,5 t vollelektrisch betrieben – ein neuer Höchstwert.
eActros auf Gipfeltour. Foto: Daimler
Trotz des insgesamt schwachen Marktes steigt die Nachfrage nach Elektro-Lastwagen laut dem Verband der Fahrzeug-Importeure weiter an. Grund für die grosse Nachfrage sei das breit ausgebaute Produktsortiment, die noch bestehende Befreiung von der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für emissionsfreie Lastwagen als auch die anteilige Kompensationsmöglichkeit des Nutzlastverlustes. Das mache elektrische Antriebe im Transportgewerbe attraktiv bei gleichzeitigem Erhalt der Transportkapazität durch einen schweren Antrieb.
Designwerk an der Transport.CH. Foto: klk.
Auch bei Lieferwagen und leichten Sattelschlepper bis 3,5 t sei die Zahl der Neuzulassungen deutlich gesunken: 13.539 Fahrzeuge wurden im ersten Semester registriert, entsprechend einem Rückgang von 15,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die betreffende Fahrzeugklasse könne als Konjunkturbarometer für die wirtschaftliche Stimmung gewertet werden, weil insbesondere Handwerker, kleine sowie mittlere Unternehmen (KMU) auf diese Fahrzeuge für Lieferdienste, Werkzeug- oder Materialtransporte angewiesen seien. Erfreulich immerhin , dass der Marktanteil von rein elektrischen Lieferwagen im ersten Halbjahr 2025 auf 10,7 % gestiegen sei (Vorjahr: 5,8 %). Neu kommen auch Plug-in-Hybride vermehrt zum Einsatz, die nun bei leichten Nutzfahrzeugen einen Marktanteil von 1,3 % erreichen.
Konjunkturbarometer
Thomas Rücker, Direktor von auto-schweiz, sieht die Entwicklungen mit gemischten Gefühlen:«Dass der Marktanteil der reinelektrischen Lieferwagen und Lastwagen steigt, ist sehr erfreulich. Dass gleichzeitig der Gesamtmarkt zurück geht, ist äusserst besorgniserregend. Ebenso bereitet uns die politische Realität grosse Sorgen. Die CO₂-Zielwerte wurden ab 2025 verschärft, gleichzeitig fehlen verlässliche und unterstützende Rahmenbedingungen – etwa beim Schnellladenetz für Lastwagen, dem Schutz von langfristigen Investitionen (beispielsweise mit dem Ausblick auf die LSVA-Abklassierungen) oder auch der Energiebepreisung. Es braucht daher zwingend umfassende Anreize für den Umstieg auf emissionsarme Fahrzeuge.» Insbesondere die rückwirkende Einführung der CO₂-Verordnung durch den Bundesrat kritisierte die Branche mehrfach scharf.
eFuso im Wintereinsatz. Foto: Daimler
Auf europäischer Ebene dominiert der Diesel weiterhin klar: 81,8 % der Transporter, 93,1 % der Lkw und 66 % der Busse fahren mit konventionellem Antrieb. Hindernisse wie unzureichende Ladeinfrastruktur, hohe Anschaffungskosten und regulatorische Unsicherheiten bremsen den Wechsel.

















