Nach dem Feuer in dem Postbus in Kerzers deuten erste Ermittlungsergebnisse auf keinen Terrorakt hin. Anhörungen und Zeugenaussagen laufen darauf hinaus, dass der Täter psychisch «instabil» war, allein handelte, wohl die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt und im Kanton Bern lebte.

Nach Angaben der Kantonspolizei wird angenommen, dass er sich unter den Toten befindet. Den Ermittlungen zufolge soll er gegen 17:45 Uhr in Düdingen in den Bus eingestiegen sein und sich gegen 18:25 Uhr in Kerzers selbst in Brand gesetzt haben, indem er sich mit einer entflammbaren Flüssigkeit übergoss und selbst anzündete. Es könnte sich um eine psychisch instabile Person handeln, die zuvor von ihrer Familie bereits als vermisst gemeldet worden war.
Kein technischer Defekt
Zu beklagen sind, wie berichtet, mindestens sechs Todesopfer. Die Identifizierungsmassnahmen laufen, und die Ergebnisse sollten in den Abendstunden vorliegen. Von den fünf Verletzten mussten drei ins Spital eingeliefert werden. Zwei Personen befanden sich zum Redaktionsschluss noch in Behandlung, während eine Opferperson in der Nacht nach Hause zurückkehren konnte.
Bezüglich des Busses handelte es sich um ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Da laut Kantonspolizei ein menschliches Handeln als wahrscheinlichste Ursache gelte, könne ein technischer Defekt des Busses zu diesem Zeitpunkt der Ermittlungen ausgeschlossen werden.
Fotos: Kantonspolizei / Etat de Fribourg
Der Einsatz erforderte die Intervention mehrerer Patrouillen und Spezialisten der Kantonspolizei Freiburg, zehn Ambulanzen (aus den Kantonen Waadt, Bern, Freiburg und Neuenburg), des SMUR (mobiler Dienst für Notfallmedizin und Reanimation) und die REGA sowie rund vierzig Feuerwehrleute der Bataillone See –Lac, Broye und Saane.
Eine Hotline wurde eingerichtet. Das Care Team See/Lac & Sense war ebenfalls vor Ort im Einsatz. Für die Opfer und ihre Angehörigen sowie für weitere betroffene Personen, wie Zeugen, freiwillige Helfer und weitere Anwesende wurde psychologische Unterstützung organisiert. Zeugen wurden gebeten, sich unter der Telefonnummer 026 347 01 17 mit der Kantonspolizei in Verbindung zu setzen.

















